Yvette Vaucher
Yvette Vaucher, geborene Pilliard am 11. November 1929 in Vallorbe, Schweiz, war eine Pionierin des Frauenbergsteigens und eine Ikone der Schweizer Bergwelt. Groß und athletisch, zeichnete sie sich in einer damals von Männern dominierten Welt aus und erreichte Gipfel, die die Geschichte des Bergsteigens prägten.
Geboren in der Region Vallorbe, wuchs Yvette in einer Nachkriegszeit auf, in der Frauen sich selten an extreme Bergtouren wagten. Schon früh begeisterte sie sich für die Berge, begann mit dem Klettern und bewältigte schnell anspruchsvolle Routen wie die Bonatti-Säule der Dru, die Ostwand des Petit Capucin und die Nordwände der Cima Grande sowie den Westgipfel des Lavaredo. In den 1950er-Jahren, als sie in Neuchâtel lebte, stellte sie fest, dass es in der Nähe ihres Wohnorts keine Felsen gab, und erwarb als erste Schweizerin einen Fallschirmspringerschein.
Yvette Vaucher, geborene Pilliard am 11. November 1929 in Vallorbe, Schweiz, war eine Pionierin des Frauenbergsteigens und eine Ikone der Schweizer Bergwelt. Groß und athletisch, zeichnete sie sich in einer damals von Männern dominierten Welt aus und erreichte Gipfel, die die Geschichte des Bergsteigens prägten.
Geboren in der Region Vallorbe, wuchs Yvette in einer Nachkriegszeit auf, in der Frauen sich selten an extreme Bergtouren wagten. Schon früh begeisterte sie sich für die Berge, begann mit dem Klettern und bewältigte schnell anspruchsvolle Routen wie die Bonatti-Säule der Dru, die Ostwand des Petit Capucin und die Nordwände der Cima Grande sowie den Westgipfel des Lavaredo. In den 1950er-Jahren, als sie in Neuchâtel lebte, stellte sie fest, dass es in der Nähe ihres Wohnorts keine Felsen gab, und erwarb als erste Schweizerin einen Fallschirmspringerschein. Um ihre Abenteuerlust zu stillen, nutzte sie den Fallschirmsprung.
Verheiratet mit Michel Vaucher, einem erfahrenen Bergsteiger und Kletterpartner von Walter Bonatti, bildete sie mit ihm ein gefürchtetes Duo. 1962 gelang ihr zusammen mit Loulou Boulaz der erste erfolgreiche Versuch an der Eiger-Nordwand, doch aufgrund schlechten Wetters mussten sie nach Erreichen der Rampe umkehren; sie wären die ersten Frauen gewesen, die diese legendäre Wand bezwungen hätten. Im folgenden Jahr, 1965, zum hundertsten Jahrestag von Whympers Erstbesteigung des Matterhorns, bestieg Yvette mit ihrem Ehemann und Bergführer Michel Darbellay am 13. und 14. Juli die Matterhorn-Nordwand und war damit die erste Frau, die diese schwindelerregende, 1100 Meter lange Route – eisig und steinschlaggefährdet – erfolgreich absolvierte. Ihre Erfolgsliste wuchs schnell: 1966 gelang ihr zusammen mit Michel die erste direkte Besteigung der Nordwand der Dent Blanche. Sie bestieg in den 1960er und 70er Jahren eine Reihe klassischer Routen: die Nordwand der Badile, die Grande Zinne, die Aiguille du Dru, die Grandes Jorasses und 1974 nach mehreren Versuchen die Eiger-Nordwand, die Südwand der Aiguille Noire de Peuterey, die Gugliermina, die Sentinelle Rouge, den Grand Pilier d’Angle sowie die Freney- und Bonatti-Pfeiler. 1971 nahm sie an der Internationalen Himalaya-Expedition teil, die durch den Tod eines Bergsteigers und interne Streitigkeiten innerhalb der Gruppe vorzeitig abgebrochen wurde.
Neben ihren sportlichen Erfolgen trat Yvette 1980 als erstes weibliches Mitglied dem Schweizerischen Alpenverein (SAC) bei, leitete von 1995 bis 1998 dessen Genfer Sektion und wurde Ehrenmitglied. Trotz ihres Alters, ihrer Knieprothese und künstlichen Hüften wanderte sie noch bis weit in die 2010er-Jahre hinein in den Alpen. Charismatisch und engagiert, inspirierte sie junge Menschen, begleitete sie auf Ausflügen und Wettkämpfen, und ihre Augen strahlten noch 2016 für die jungen Bergsteiger.
Yvette Vaucher verstarb am 30. September 2023 im Alter von 94 Jahren. Der Schweizer Alpen-Club (CAS), der für sie wie eine zweite Familie war, organisierte ihre Beerdigung.
Mitgewirkt in (Filme + Serien)